Historie

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Am 1. April 1898 wurde der Betrieb als Wagnerei von Georg Kümmerle zunächst in der Arnsburgerstraße angesiedelt, bevor er zehn Jahre später nach dem Neubau von Wohnhaus und Werkstatt in die Linnéstraße 12 umzog. Georg Kümmerle und sein Sohn arbeiteten dort gemeinsam bis Georg Kümmerle Junior in die Armee eingezogen wurde und aus dem 1. Weltkrieg nicht mehr zurückkehrte.

Georg Kümmerle Senior war von 1928 bis 1933 Obermeister der Frankfurter Innung, musste jedoch abdanken, da er nicht Mitglied der NSDAP war. Seine Nachfolge im Betrieb übernahm sein Schwiegersohn, Karosseriebaumeister Ernst Groth, der die Firma um einen Anbau vergrößerte und um den Karosseriebau erweiterte. Georg Kümmerle war trotz seines Rücktritts bis zu seinem Tod im Alter von 81 Jahren im nun Grothschen Unternehmen tätig.

Der 2. Weltkrieg kam und verschonte auch die Werkstatt nicht. Bomben zerstörten Teile der Gebäude und Brände taten ihr Übriges. Die Zerstörung, die die Gebäude erfahren hatten, konnte jedoch den Eifer und den Elan der Belegschaft nicht bremsen, und so baute Ernst Groth mit seinem Sohn Klaus und seinen Mitarbeitern den Betrieb wieder auf.

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In den folgenden Jahren wurde die Wagnerei in den ersten Stock verlegt, sowohl der Karosseriebau als auch die Reparaturen benötigten mehr Raum, denn es wurden nun auch Neubauten wie Möbelwagen, Kofferaufbauten und sonstige Sonderaufbauten angefertigt. Die Wagnerei verlor zusehends an Wichtigkeit, nachdem keine Pferdewagen und -räder mehr gefragt waren. Der Ursprungsbetrieb wurde ganz eingestellt, und fortan konzentrierte sich die Firma auf den Karosseriefachbetrieb. 

Klaus Groth verpasste dem Unternehmen in den 60er und 70er Jahren einen neuen Anstrich. Nach erfolgreicher Lehre und Gesellenzeit im elterlichen Betrieb legte er seine Techniker- und Meisterprüfung ab und stieg als Teilhaber in die Firma seines Vaters ein. Er baute eine Lackierkabine neben die Werkstatt und komplementierte somit das Angebot der Firma um eine Autolackiererei.

Nach dem Tod seines Vaters 1973 führte Klaus Groth bis zu seinem eigenen Ausscheiden im Jahr 1992 das Unternehmen alleine weiter. Aus gesundheitlichen Gründen musste er die Firma, die sich 94 Jahre in Familienbesitz befunden hatte, schweren Herzens abgeben.

Verschiedene Mitarbeiter und Besitzer versuchten sich in den nächsten Jahren an dieser Frankfurter Institution, bis mit einem neuen Käufer wieder Ruhe einkehren sollte. Ein Nachfolger aus der Familie konnte nicht gefunden werden, doch der externe Karosseriebaumeister Jens Lehmann führt die Firma seit dem Jahr 1996 ganz im Sinne der Gründerfamilie weiter und ehrt somit das Andenken an sie und diesen alteingesessenen Betrieb.